Diabetes und Alpha Liponsäure

2. Februar 2016 | Von | Kategorie: Ratgeber, Wissenswertes

 Alpha Liponsäure bei Diabetes Typ 1 und Typ 2

Alpha-Liponsäure ist ein natürlicher Stoff, der in den Mitochondrien fast aller Eukarionten (das sind alle Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern haben) zu finden ist. Inzwischen hat die Wissenschaft herausgefunden, dass Alpha Liponsäure bei sehr vielen schweren Erkrankungen hilfreich sein kann. Dazu gehören Krebserkrankungen, Arteriosklerose, Alzheimer und andere Demenzformen, Parkinson, aber auch das Metabolische Syndrom und damit Diabetes Typ 2, ebenso allerdings auch Diabetes Typ 1. In diesem Beitrag soll es darum gehen, warum Alpha Liponsäure bei beiden Formen von Diabetes eine Hilfe sein kann.

Was ist Alpha Liponsäure und was bewirkt sie im Körper?

Alpha-Liponsäure ist zunächst einmal ein Coenzym. Sie wirkt in ihrer Funktion als Coenzym auch nicht nur auf eine einzige bestimmte Art und Weise, sondern an vielen Orten im Körper. In erster Linie wird sie bei der sogenannten oxidativen Decarboxylierung enzymatischer Reaktionen wirksam. Sie überträgt dabei als Coenzym sowohl Wasserstoff- als auch Acyl-Gruppen. Bei der oxidativen Decarboxylierung handelt es sich um einen Teilprozess im Bereich der Zellatmung. Dieser Teilprozess läuft in der Matrix der Mitochondrien ab. Im Pyruvat-Dehydrogenase-Komplex wird dabei Pyruvat zu Acetyl-CoA umgewandelt. Im α-Ketoglutarat-Dehydrogenase-Komplex wird zu α-Ketoglutarat zu Succinyl-CoA umgewandelt. Bei beiden Prozessen wird unter anderem auch Alpha Liponsäure dabei als Coenzym gebraucht. Wenn die Alpha-Liponsäure diese Aufgabe erfüllt hat, wird sie anschließend wieder selbst regeneriert, und zwar durch die Dihydrolipoyl-Dehydrogenase. Eine reibungslos ablaufende Zellatmung ist für jede Form von Leben notwendig, denn nur so entsteht die zum Leben und für alle Stoffwechselfunktionen benötigte Energie.

Neben dieser überlebenswichtigen Aufgabe wird die Alpha-Liponsäure noch gebraucht, um die Antioxidantien Glutathion, Coenzym Q 10, Vitamin E, Vitamin C und weitere zu regenerieren. Sie ist außerdem selbst auch ein starkes Antioxidans und wirkt als Radikalfänger. Außerdem kann sie schädliche Schwermetalle wie Quecksilber und andere aus dem Körper ausleiten helfen, wirkt also entgiftend.

Alpha Liponsäure in der Medizin und Alternativmedizin

Bereits seit 1966 wird Alpha-Liponsäure in der Medizin verwendet, und zwar zur Behandlung von Polyneuropathien und Lebererkrankungen. In der Alternativmedizin ist sie schon sehr lange als wirksam zum Ausleiten von Quecksilber bekannt. Wichtig im Zusammenhang mit beiden Formen der Diabetes ist die Alpha-Liponsäure deshalb, weil sie eine so gute Hilfe bei Polyneuropathien darstellt, die vielfältige Ursachen haben können. Jede dieser Ursachen kann im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Stoffwechselvorgängen stehen, in denen auch die Alpha-Liponsäure eine Rolle spielt. Das gilt auch für alle Formen von Vergiftungen. Das gilt in diesem Fall aber auch für die Auswirkungen der Diabetes. Sehr gut dabei ist es, dass die Alpha-Liponsäure auch in der Lage ist, die Blut-Gehirnschranke zu überwinden und so auch für erkrankte Nervenfasern im Gehirn eine große Hilfe sein kann.

Polyneuropathien können sich vielfältig auswirken. Die Myelinscheiden der Nerven, also deren Isolationsschicht können genauso betroffen sein wie die Axone der Nerven, also deren Zellfortsätze. Die Symptome können sich körperfern, also eher an Händen und Füßen, aber auch körpernah, also eher im Inneren zeigen. Das ist auch bei den Formen von Ponyneuropathien so, die sich als Folge von Diabetes Typ 1 oder Diabetes Typ 2 zeigen.

Wie wirkt Alpha-Liponsäure bei Nervenschäden?

Die gute Wirkung von Alpha-Liponsäure bei Nervenschäden hat zwei verschiedene Gründe. Einmal sorgt sie ganz allgemein dafür, dass die Blutversorgung der Nerven verbessert wird. Außerdem ist ganz wichtig, dass den Nervenzellen genug Energie zur Verfügung gestellt wird. Auch dafür braucht der Körper genug Alpha-Liponsäure. Schon diese natürliche Funktion an sich hilft dabei, die Missempfindungen bei Polyneuropathien zu reduzieren. Außerdem ist Alpha-Liponsäure so wichtig bei Polyneuropathien, weil sie Radikale abfangen kann, was weiteren Nervenschäden vorbeugt.

Auch die Nervenschäden, die durch Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 entstehen können, werden so durch den Einsatz von Alpha-Liponsäure vermindert.

Alpha-Liponsäure und Diabetes Typ 1

Der Körper kann bei dieser Krankheit kein Insulin mehr produzieren, weil körpereigene Abwehrzellen die dafür zuständigen Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört haben. Ohne Insulinspritzen würde diese Erkrankung früher oder später tödlich verlaufen. Ständige Kontrollen durch den Arzt sind notwendig, damit der Stoffwechsel nicht entgleist, denn dann kommt es sofort zu schwersten Vergiftungserscheinungen, durch die auch Nervenschäden entstehen können.

Als kraftvolles Antioxidans kann Liponsäure bei der diabetischen Polyneuropathie unterstützend wirken

Als kraftvolles Antioxidans kann Liponsäure bei der diabetischen Polyneuropathie unterstützend wirken

Alpha-Liponsäure allein könnte diese Erkrankung nicht heilen. Sie gehört aber zu den rezeptfreien Medikamenten, die zusätzlich eingesetzt werden können, um die Auswirkungen von Diabetes Typ 1 zu vermindern.

Alpha-Liponsäure und Diabetes Typ 2

Der Ausbruch von Diabetes Typ 2 hat vollkommen andere Gründe als bei Diabetes Typ 1. Die Krankheit tritt häufiger im Alter als in jungen Jahren auf und entwickelt sich langsam, und zwar meistens in einem komplexen Zusammenhang mit dem dazu gehörenden metabolischen Syndrom. Dabei kommt es zu einer zunehmenden Insulinresistenz im Körper. Insulin wird dabei zwar ausgeschüttet, aber es kann nicht mehr ordnungsgemäß wirken. Die Auswirkungen können bei zunehmender Krankheit sehr ähnlich sein wie beim Diabetes Typ 1, wenn man nichts dagegen unternimmt.

In diesem Fall ist die Alpha-Liponsäure noch wesentlich wirksamer als im Falle von Diabetes Typ 1, denn sie kann nicht nur dabei helfen, die so entstehenden Polyneuropathien zu verbessern, sondern auch dabei helfen, die Insulinresistenz wieder zu verbessern. Die Insulinresistenz steht in einem engen Zusammenhang mit den oben bereits beschriebenen enzymatischen Vorgängen der oxidativen Decarboxylierung, die bei dieser Erkrankung nicht mehr reibungslos ablaufen. Bei diesen enzymatischen Vorgängen spielt die Alpha-Liponsäure eine wichtige Rolle, denn wenn nicht genug davon da ist, können sie nicht ablaufen. Sie gehört zu den rezeptfreien Medikamenten, die hier ergänzend zu der Zusammenarbeit mit einem Arzt hilfreich eingesetzt werden können.

Zusammenfassendes

Alpha-Liponsäure erhöht bei Diabetes Typ 2 die Glucoseaufnahme in den insulinresistent gewordenen Zellen und verbessert den diabetischen Zustand so wieder. Bei beiden Formen der Diabetes sorgt sie für eine Linderung der Polyneuropathien. Sie überwindet auch die Blut-Gehirnschranke und hilft so auch den Nervenzellen des Gehirns. Alpha-Liponsäure wird zwar auch vom Körper selbst gebildet, aber auch durch die Nahrung aufgenommen. Sehr viel Alpha-Liponsäure kommt in der natürlichen Nahrung in Rindfleisch, aber auch Innereien wie Leber, Herz und Niere vor. Als Nahrungsergänzungsmittel wird sie sowohl in natürlicher Form als auch in einer Mischung aus natürlicher und synthetisch hergestellter Alpha-Liponsäure angeboten. Die natürliche Form der Alpha-Liponsäure wird von beiden Angeboten vom Körper noch besser aufgenommen. Unerwünschte Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt geworden. Es bleibt noch zu erwähnen, dass die Forschung in Bezug auf die Einnahme während der Schwangerschaft bisher noch nicht abgeschlossen ist.

 

 

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